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Geschichte Kroatiens ArtikelKroatien setzt sich größtenteils aus historischen Teilen der Habsburger Donaumonarchie zusammen. Trotz relativer Autonomie bestimmte jahrhundertelange Fremdherrschaft der seinerzeit mächtigen Nachbarstaaten - Venedig, Donaumonarchie und das Osmanische Reich - die wechselhafte Geschichte des Landes.
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Die ersten namentlich bekannten Siedler in dem Gebiet des heutigen Kroatien waren Kelten und Illyrer.
Durch archäologische Funde ist belegt, dass die alten Griechen in dem 6. Jahrhundert v. Chr. Schiffsverkehr mit den Illyrern unterhielten. An der Adriaküste entstanden griechische Kolonien, zu dem Beispiel Pharos (das heutige Starigrad auf der Insel Hvar) und Issa (das heutige Vis auf der gleichnamigen Insel).
Das gesamte heute kroatische Territorium wurde dann Teil des Römischen Reiches.
Diokletian-Palast (ca 300 n.Chr)
Die monumentalsten Denkmäler aus römischer Zeit in Kroatien sind der Diokletian-Palast in Split und das Amphitheater in Pula .
Den Diokletian-Palast ließ der Kaiser Diokletian sich sechs Kilometer südlich von Salona als seinen Altersruhesitz bauen. Aus dem Palastgelände entwickelte sich später der Kern der Stadt Split.
Das Amphitheater in Pula ist die sechstgrößte römische Arena der Welt. Zu Zeiten der Gladiatorenkämpfe konnten bis zu 26 Tausend Zuschauer das Treiben auf dem 68 mal 42 Meter großen Kampfplatz verfolgen. Das Oval des Amphitheaters mißt 132 Meter mal 105 Meter.
Im Laufe der Völkerwanderung zogen unter anderem Goten, Vandalen und Gepiden durch das Gebiet und siedelten sich teilweise hier auch an. Nach dem Untergang des weströmischen Reiches fielen Istrien und Dalmatien an Byzanz.
Buch-Tipp: Im Satellitenstaat Kroatien: Eine Odyssee des Überlebens 1941-1945 Zur Schoah in Kroatien Zeev Milo (Oberst der Israelischen Verteidigungsarmee a. D. , lebt in Israel) weiß, wovon er schreibt: Sein Buch ist mehr als eine Autobiographie, es ist eine Schrift, die es in sich hat. Ein Zeitzeuge beschreibt das schreckliche Ende des jahrhundertealten jüdischen Lebens in Kroatien, hautnah, informativ, persönlich, und... |
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Im 6. und 7. Jahrhundert nach Christus siedelten sich slawische Stämme in den ehemals römischen Provinzen Dalmatien und Pannonien an.
Dem legendenhaften Bericht zufolge, den der byzantinische Kaiser Konstantin VII. Porphyrogennetos überliefert hat, wurden die Kroaten in dem 7. Jahrhundert von dem byzantinischen Kaiser Herakleios aus ihrer Heimat an der Weichsel nördlich der Karpaten (heute Westukraine und Südostpolen) als Schutz gegen die Awaren in das Land gerufen.
Nach heutigem Forschungsstand vollzog sich die Ethnogenese der Kroaten jedoch erst nach der slawischen Besiedlung des Landes. Die Etymologie des Ethnonyms Kroate (in der Selbstbezeichnung Hrvat) ist bis heute nicht abschließend geklärt, es scheint jedoch keine slawische Wurzel zu haben.
Während die Vorbevölkerung, so sie nicht geflohen war, in dem Landesinneren schnell slawisiert wurde, konnte sich besonders auf den Inseln und in den Küstenstädten die romanische Bevölkerung halten.
Aus dem 8. Jahrhundert stammen die ersten sicheren Nachrichten über ein kroatisches Fürstentum in dem Bereich des heutigen Norddalmatien.
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wurde Pannonien nachdem Sieg Karl des Großen über die Awaren Teil des Frankenreiches, Dalmatien Teil des Byzantinischen Reich. In dieser Zeit kam es zu sporadischen arabischen Angriffen auf die Adriaküste.
843 n. Chr. wird in dem Vertrag von Verdun Kroatien zwischen Italien und dem Frankenreich geteilt.
Die Quellenlage in dem frühen Mittelalter und besonders unter der Awarenherrschaft ist äußerst dürftig, sodass viele Angaben über diese Zeit auf Spekulationen und häufig Jahrhunderte später verfassten byzantinischen Chroniken beruhen, so dass hier äußerste Vorsicht geboten ist.
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Kroatisches Königreich (923-1102) | |
Trpimir (845-864) war ein kroatischer Fürst. Sein Enkel, Tomislav, sollte zu dem ersten kroatischen König werden.
Im Jahr 924 krönte sich Tomislav (Regierungszeit 910-928) zu dem ersten König von Kroatien, vermutlich selbst, da keine Zeugnisse für eine Verleihung durch den fränkischen oder oströmischen Kaiser vorliegen. Jedoch wurde seine Königswürde immerhin vom Papst anerkannt. Während seiner Regierungszeit fielen die Magyaren in dem pannonischen Becken ein, wodurch es zu der für die weitere Entwicklung der europäischen Geschichte sehr bedeutenden Teilung der Slawen in Nord- und Ostslawen einerseits sowie Südslawen andererseits kam.
König Tomislav konnte sein Land - bestehend aus Zentralkroatien, Slawonien und Teilen Dalmatiens sowie Bosniens - erfolgreich gegen die Ungarn verteidigen. Er hatte aber noch weitgehendere Absichte. Er baute eine Armee auf, die laut Konstantin VII. 100 Tausend Mann Fußvolk, 60 Tausend Reiter und 180 Kriegsschiffe umfasste. Die Byzantiner waren über die kroatische Bundesgenossenschaft froh, da sie Alliierte gegen die Bulgaren brauchten. Die Bulgaren ihrerseits hatten die noch nicht in einem Staat geeinten Serben unterworfen, was zur ersten serbischen Massenflucht (wie später vor den Türken) nach Kroatien führte. Durch das Bündnis mit Byzanz bekam Kroatien auch die Adriainseln und die Städte Spalato/Split, Traù/Trogir und Zara/Zadar zugesprochen, welche bis dahin formell unter byzantinischer Herrschaft gestanden hatten. Dieser Staat umfasste somit bis auf Istrien alle heutigen kroatischen Gebiete.
Karte Kroatiens um das Jahr 930
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Die Christianisierung der Kroaten erfolgte wahrscheinlich schon in dem 7. Jahrhundert. Das bestätigen die Brief des Papstes Johannes X. aus dem Jahre 925. Einer ist an den König der Kroaten Tomislav (Rex Croatorum) gerichtet. Der Papst sagt darin, dass die dalmatinischen Slaven aufgrund ihrer langen Zugehörigkeit zu der heiligen Römischen Kirche ihre "specialissimi filii" sind (KATIČIĆ, Literarum Studia, Zagreb, 1998, 402-403). Er ruft daher die echten Söhne Roms auf, die Messe nicht in der slavischen, sondern in der lateinischen Sprache zu feiern. König Tomislav erfüllte zwar den zentralen Wunsch des Papstes und ermöglichte die Wiederherstellung des dalmatinischen Bistums mit dem Sitz in Split (unter der Leitung Roms), die Verwendung des kroatisch-kirchenslavischen in der Messe konnte/wollte er aber nicht unterbinden. (Im 13. Jahrhundert wurde die glagolitisch-kroatische Liturgie durch päpstliche Beschlüsse wieder anerkannt.)
Die sprachverwandten Serben dagegen, die Teil des Bulgarischen Reiches waren, wandten sich kurz darauf dem orthodoxen Christentum zu. Eine endgültige Trennung zwischen Ost- und Westkirche fand jedoch erst in dem 11. Jahrhundert statt.
Neben der von Rom gesteuerten Slawenmission von Aquileia und der Beinflussung durch die alteingesessenen Christen der Küstenstädte leisteten auch die Slawenapostel Kyrill und Method einen wichtigen Beitrag zur Christianisierung der Kroaten. Von ihnen stammt auch die Glagoliza, eine spezielle slawische Schrift, welche an der nördlichen Adria regional bis in das 19. Jahrhundert überdauerte.
928 verschwand König Tomislav spurlos.
Unter seinen Nachfolgern wurde Kroatiens Machtstellung geschwächt. Durch innere Streitigkeiten begünstigt, machten sich die durch die Völkerwanderungszeit hindurch romanisch gebliebenen Küstenstädte selbstständig und suchten Kontakt zu Venedig, welches dadurch seine Oberhoheit in der Adria erreichte. Einzig Ragusa (Dubrovnik) blieb unabhängig und konnte durch geschicktes Tarieren mit den Großmächten Venedig, später Österreich und dem osmanischen Reich bis in die napoleonische Zeit als Stadtrepublik bestehenbleiben. Unter König Stefan Držislav (969 - 997) sprach Byzanz Kroatien nach einem neuerlichen Bündnis jedoch wieder die Hoheit über Dalmatien wieder zu. Zu dieser Zeit erschien zu dem ersten Mal das noch heute gebräuchliche kroatische Staatswappen: ein rot-weißes Schachbrettmuster, die šahovnica. In der heutigen Version wird es mit einer Krone aus fünf regionalen Wappen geschmückt.
In der folgenden Zeit geriet Kroatien durch Venedig in dem Westen und Ungarn in dem Osten stets mehr in Bedrängnis. Die byzantinische Politik verlegte sich mehr auf die Beziehungen mit Venedig, und das durch Thronstreitigkeiten geschwächte Kroatien wurde sich selbst überlassen. Der byzantinische Kaiser Basileios II. übertrug die Verwaltung Dalmatiens, eines ehemaligen oströmischen Themas an Venedig. In dem Mai 1000 besiegte eine venezianische Kriegsflotte Kroatien; Zadar, Trogir und Split wurden unter venezianische Verwaltung gestellt, und mit Dubrovnik ein Vertrag geschlossen. König Krešimir III. hob die ohnehin ca. noch formell bestehende Tributpflicht Venedigs auf, erkannte den venezianischen Dogen Peter Orseolo als Fürsten von Dalmatien an und musste auch noch seinen Sohn als Geisel ausliefern.
Doch der Kampf um Dalmatien war damit nicht vorbei. Zvonimir I. (1075-1089), dem letzten König kroatischer Abstammung, gelang ein Vordringen an die Küste, und die Hauptstadt wurde nach Biograd na moru verlegt. Nach dem Zvonimir, der mit einer ungarischen Prinzessin verheiratet war, kinderlos starb, stellte Ungarn Erbansprüche auf Kroatien. König Ladislaus I. und Koloman besiegten anti-ungarische Bündnisse des heimischen Adels, beschränkten sich dann aber in der "pacta conventa" statt auf Eingliederung auf eine Personalunion. Die Verwaltung übernahm ein einheimischer Vertreter, der Ban. Die ungarischen Könige nahmen den Titel "König von Ungarn, Kroatien und Dalmatien" an, wobei aber Dalmatien de facto meist venezianisch kontrolliert war.
(Quelle der Aussagen: Der Standard, gründlich umformuliert)
Siehe auch: Liste der kroatischen Könige
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Dieser Text behandelt den ungarisch-kroatischen Nationalitätenkonflikt in dem gemeinsamen Staat, bitte um andere Aspekte erweitern!
Nachdem in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts das mittelalterliche kroatische Königreich seine Blütezeitzeit erlebte, übernahm die ungarische Dynastie der Arpaden 1102 durch so genannte Pacta Conventa die kroatische Königskrone. Diese Verbindung blieb, mit Ausnahme der Türkenkriege in dem 16, 17 und früheren 18. Jh. und einiger anderer Unterbrechungen, in verschiedener Form bis zu dem Jahre 1918 bestehen. In dieser Zeit war Kroatien aber nie wirklich ein gleichgestellter Verbündeter, es war stets von Ungarn abhängig oder, wie das magyarische Verfassungsrecht es bezeichnet, Kroatien gehörte zu den „partes adnexae“ der ungarischen Krone. Kurz gesagt, es war ein Nebenland Ungarns. Anderseits war Kroatien, mit Ausnahme einer kurzen Zeit nachdem 1699 mit den Türken geschlossenen Frieden von Karlowitz, niemals eine ungarische Provinz. Es hatte stets einen autonomen Charakter, obwohl die Grad dieser Autonomie in dem Laufe von 700 Jahre stets niedriger wurde. In dem Allgemeinen kann man sagen, dass diese Autonomie bis zu dem Jahre 1848 auf einer Zivilverwaltung unter einem königlichen Banus stützte. Dieser war kroatischer Nationalität und hatte ausgedehnte Machtbefugnisse. Seine Verwaltung wurde weitgehend durch den kroatischen Ständelandstag kontrolliert. Doch die gesetzlichen Beschlüsse, die dieser Landtag fasste, mussten mit denen der ungarischen Gesetzen übereinstimmen. Trotzdem waren zwei der wichtigsten Staatsakte in der kroatischen Geschichte der Neuzeit - Wahl der Dynastie Habsburger 1527 und die Anerkennung der Pragmatischen Sanktion 1712 – die freie Entscheidungen der kroatische Stände und ein klarer Ausdruck der autonomen Stellung Kroatiens als historisch-politische Individualität in seiner Beziehung zu Ungarn und zu dem Reich. Die kroatischen Länder standen immer in dem Spannungsfeld ungarischer, österreichischer, venezianischer und osmanischer Interessen. Darum war der Rückgriff auf die Beschlüsse der kroatischen Stände wie Pacta Conventa und andere historische Dokumente - als Beweis einer ununterbrochenen jahrhundertlangen Autonomie - ein wesentlicher Bestandteil der kroatischen Nationsbildung. Noch in der franzisko- josephinische Epoche erlebte die kroatische Historiographie ihre Grundlegung als wissenschaftliche Disziplin. Die vielbändigen Quelleneditionen und Gesamtdarstellung vollbrachten eine umfassende Aufarbeitung der nationalen Vergangenheit und fanden zunehmend breite Resonanz in der Öffentlichkeit. Damit wurde ein Mobilisierungsmittel für die künftigen nationalen Auseinandersetzungen geliefert, dessen unmittelbare Folge die Forderung einer politischen Aktion für ein freies politisches Leben der Kroaten war. Mit der schrittweisen Auflösung der ständestaatlichen Verfassung in Ungarn und Kroatien während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem Rückgriff auf das historische Staatsrecht der Kroaten zur Durchsetzung politischer Ansprüche innerhalb der Donaumonarchie mehr und mehr eine politische Ideologie, die mit der tatsächlichen staatsrechtlichen Situation ca. noch wenig zu tun hatte.
Durch die Französische Revolution verkehrte sich der Begriff Nation von einer Nennung der privilegierten Adelsschichten in das Gegenteil einer tendenziell unbegrenzten sozialen Ausweitung des Geltungsanspruches und bewirkte die Entdeckung des nationalen Bewusstseins auch bei den Kroaten. Den Namen Illyrien für die südslawischen Gebiete holte Napoleon I in den Jahren von 1805 beziehungsweise 1809 bis 1813 aus der Vergessenheit zurück, indem er seine „Provinces Illyriennes“ errichtete. Nach seinem Dekret von 1811 standen zu dem ersten Mal slowenische und kroatische Gebiete: Krain, Kärnten, Istrien, Zivilkroatien, Dalmatien, Dubrovnik und Militärgrenze unter einer Verwaltung. Der Gouverneurmarschall Marmont, der aus Ljubljana, der illyrischen Hauptstadt, das Land verwaltete, setzte sich für die Einführung der Volkssprache, die er illyrisch nannte, in dem öffentlichen Dienst und anderen Domänen ein. Damit war der Stein für die Entwicklung der „illyrischen“ Sprache und der illyrischen Bewegung gelegt. Der Hauptanliegen der napoleonischen Zeit jedoch war die Tatsache, dass unter dem französischen Regime zu dem ersten Mal seit vielen Jahrhunderten die kroatischen zerstreuten Siedlungsgebiete vereinigt gewesen waren. Nach der großen, wenn auch ca. vorübergehenden Veränderungen der napoleonischer Zeit waren die kroatisch-magyarischen Beziehungen durch einen ständig wachsendem Konflikt gekennzeichnet, der sich vor allem im Kampf der kroatischen und magyarischen mittelalterlichen Stände, das heißt der kroatischen und magyarischen Vertretern in dem ungarischen Reichstag äußerte. Die Hauptfrage in diesem Zwist war scheinbar, ob sich die kroatischen Vertreter in den Sitzungen der magyarischen oder lateinischen Sprache bedienen sollen. Dieser ursprünglich eng begrenzte Sprachstreit nahm aber in den ungarischen Reichstagen von 1840, 1843, 1847 und 1848 viel größere Dimensionen an, als die Magyaren gegen die heftige Opposition der kroatischen Abgeordneten ein Gesetz verabschiedeten, wonach die Einwanderung in die Länder der ungarischen Krone einschließlich Kroatiens von der Kenntnis der ungarischen Sprache abhängig sein sollte. Ebenso sollte das Magyarische anstelle des Lateinischen die offizielle Sprache in dem magyarisch-kroatischem Verkehr werden. Die weitreichenden Folgen dieser magyarischen Gesetzgebung und der heftige kroatische Widerstand dagegen machten den Sprachkonflikt zu dem Hauptfaktor, wenn auch nicht zu dem letzten Grund der kroatischen antimagyarischen Politik in dem Vormärz. Die Kroaten ließen sich gegen durch , ,nationalen Egoismus“ geprägte ungarische Nationalitätenpolitik und gegen das , ,chauvinistische Großmachstreben“ Ungarns vom Kaiser 1848 leicht gewinnen, da sie eben in diesem Kampf einen Kampf gegen die Magyarisierungspolitik sahen. JelaÄ?ić kämpfte geleitet von der Idee eines Kaiserreiches, im alle Völker gleichberechtigt leben sollten, und erklärte am 19. April 1848 alle Beziehungen zu Ungarn für beendet.
Buch-Tipp: Kroatien in der Antike. Zaberns Bildbände zur Archäologie Gelungene Übersicht Mit "Kroatien in der Antike" widmet sich wieder ein Band aus dem Zabern Verlag einer Landschaft, die stark von Griechen und Römern geprägt wurde. Zu Beginn behandelt das Buch die einheimische Bevölkerung, bevor die griechische Besiedlung und dann die römische Eroberung behandelt werden. Als Abschluss wird die frühchristliche... |
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Bereits 1917 vereinbarten das von aus Österreich-Ungarn emigrierten südlawischen Politikern gegründete Südslawische Komitee und die Exilregierung des Königreiches Serbien in der Erklärung von Korfu die Errichtung eines gemeinsamen Staates der Serben, Kroaten und Slowenen.
Nach der Niederlage der Mittelmächte erklärte der neugebildete Nationalrat der Slowenen, Kroaten und Serben Österreich-Ungarns, dem auch der letzte kroatische Sabor seine Befugnisse übertragen hatte, am 29. Oktober 1918 in Zagreb die Loslösung der südslawischen Länder der Monarchie. Diese bildeten zunächst vorübergehend den Staat der Slowenen, Kroaten und Serben. Dem Nationalrat gelang es jedoch nicht, seine Autorität durchzusetzen, vielmehr herrschte auf großen Teilen seines theoretischen Territoriums praktisch Anarchie. In dem Vorgriff auf die Italien in dem Londoner Vertrag von 1915 von den Alliierten zugesagte Annexion großer Teile Dalmatiens begannen zudem italienische Truppen mit der Besetzung von Gebieten längs der Ostküste der Adria. Angesichts dessen beschloss der Nationalrat Ende November 1918 die sofortige Vereinigung mit dem Königreich Serbien.
Aleksandar I. Karađorđević, Thronfolger und Prinzregent von Serbien, proklamierte daraufhin am 1. Dezember 1918 das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (Kraljevina Srba, Hrvata i Slovenaca, abgekürzt auch SHS-Staat).
In den Friedenverhandlungen gelang es dem ersten Außenminister des neuen Staates, dem aus Dalmatien stammenden vormaligen Vorsitzenden des Südslawischen Komitees, Ante Trumbić , einen Anschluss Dalmatiens an Italien zu verhindern. Lediglich die Stadt Zadar und das ehemaligen österreichischen Küstenland (das auch Istrien umfasste) kamen zu Italien. Rijeka wurde zunächst zur Freistadt erklärt, dann jedoch von irregulären italienischen Truppen besetzt. Der Streit um die Zugehörigkeit der Stadt wurde erst 1924 durch einen Vertrag beigelegt, der Rijeka bei Italien beließ, die unmittelbar östlich angrenzende Stadt Sušak hingegen dem SHS-Königreich zusprach.
In den Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen, bei denen erstmals in Kroatien das allgemeine Wahlrecht für Männer galt, gewann in Kroatien-Slawonien die 1904 gegründete Kroatische Bauernpartei unter Stjepan Radić, die vor dem Krieg ca. eine kleine Rolle gespielt hatte, die absolute Mehrheit der Stimmen. In Dalmatien hingegen behielten zunächst bürgerliche Gruppierungen aus dem Umfeld des vormaligen Südslawischen Komitees die Mehrheit.
Viele Kroaten lehnten die Gründung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen in der Form, wie sie stattgefunden hatte, ab. Die Kroatische Bauernpartei beispielsweise verlangte unter Berufung auf das vom amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson proklamierte Selbstbestimmungsrecht der Völker die Anerkennung eines separaten Selbstbestimmungsrechtes für Kroatien und ebenso für die anderen südslawischen Völker. Zudem lehnte sie die monarchische Staatsform ab und verlangte für Kroatien die Gründung einer Republik.
Da in dem Prozedere der Verfassungsgebenden Versammlung ein Vetorecht der einzelnen Völker nicht anerkannt wurde und zudem die monarchische Staatsform nicht in Frage gestellt werden durfte, boykottierten die Abgeordneten der Kroatischen Bauernpartei diese und erarbeiteten stattdessen eine Verfassung für eine Bauernrepublik Kroatien, die Teil einer zukünftigen Konföderation südslawischer Bauernrepubliken werden sollte. Diese blieb jedoch aufgrund der realen Machtverhältnisse bloßes Papier.
Die durch den Boykott der Kroatischen Bauernpartei und das Fehlen der Abgeordneten der Kommunistischen Partei Jugoslawiens , die kurz nach den Wahlen als "staatsfeindlich" verboten worden war, zahlenmäßig geschrumpfte Verfassungsgebenden Versammlung verabschiedete 1921 mit knapper Mehrheit eine Verfassung, die eine zentralistische Staatsorganisation und die Auflösung der historischen Provinzen vorsah, was denen Serben als zahlenmäßig größtem Volk de facto die Vorherrschaft sicherte.
Die Kroatische Bauernpartei verzeichnetete in der Folge weiteren Zulauf und wurde auch in Dalmatien und unter den Kroaten Bosnien-Herzegowinas zur stärksten Partei. Nachdem sie mit reiner Boykottpolitik keinen Erfolg gehabt hatte, gab sie den Boykott des Zentralparlamentes und die Ablehnung der Monarchie auf und beteiligte sich zeitweise auch an der Zentralregierung. Zu einer dauerhaften Übereinkunft der unterschiedlichen politischen Kräfte über die künftige Staatsordnung des südslawischen Königreiches kam es jedoch nicht.
Am 20. Juni 1928 erschoss ein montenegrinischer Abgeordneter in der laufenden Parlamentssitzung vier Abgeordnete der kroatischen Bauernpartei, darunter deren Führer Stjepan Radić.
Für das sich in der Zwischenkriegszeit entwickelnde tiefe Zerwürfnis und den Hass zwischen der serbischen Majorität auf der einen - 32 Prozent der ungefähr vierzehn Millionen Einwohner (mit Makedonier und Montenegriner knapp über 36%) des Königreiches Jugoslawien waren Serben -, und den Kroaten auf der anderen Seite, zeichnet auch der Umstand, dass die wichtigsten Ministerien (ohne Handel und Industrie) in serbischer Hand waren. Über 92 Prozent der 673 Amtsmonate entfielen zwischen 1919 und 1928 auf serbische Minister. Nach der Einführung der Königsdiktatur 1929 und der Schaffung einer neuen territorialen Verwaltungsstruktur, welche die historisch gewachsenen Regionen in neun, davon sechs von Serben dominierte Banschaften zergliederte, wuchs dieser Anteil bis 1938 auf knapp 93,5%. In der monarchisch-jugoslawischen Armee war die Dominanz der traditionell frankophil ausgerichteten serbischen Offiziere erdrückend.
Buch-Tipp: Massel und Chuzpe. Wie Blanka und Rudolf den Holocaust überlebten Interessant, aber auch Leerlauf dabei Auch bei diesem Buch wird wieder einmal klar, wie es auch der Titel aussagt:Überleben konnten Juden damals nur, wenn sie folgendes hatten:1. Beziehungen,2. Geld zu dem Schmieren,3. Glück, und4. eigenen Mut. Überlebens-Geschichten aus Osteuropa lesen sich spannender, weil dort ständig die SS... |
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Buch-Tipp: Reisen zu den Deutschen im Osten Europas Sehr gut! Endlich mal ein Buch, das sich mit den deutschen Spuren in dem Osten nicht ca. aus historischer Perspektive befaßt und obendrein mit ausdrucksvollen aktuellen Fotos bebildert ist! Ähnlich ungewöhnlich ist die Bandbreite der behandelten Siedlungsräume. Wo bekommt man sonst schon etwas über das vom Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogene,... |
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Nach Jugoslawiens Beitritt zu dem Dreimächtepakt kam es zu einem von Großbritannien unterstützten Putsch serbischer Offiziere gegen Prinzregent Paul. Obwohl auch die neue jugoslawische Regierung versuchte, sich mit dem Deutschen Reich zu verständigen, antwortete Deutschland darauf am 6.04 1941 mit Überfall auf Jugoslawien. Binnen zwei Wochen mußte die jugoslawische Regierung kapitulieren. Nachdem die Kroatische Bauernpartei die Kollaboration mit der deutschen Besatzungsmacht abgelehnt hatte, übergab diese die Macht in Kroatien der faschistische Ustaša-Bewegung unter Führung von Ante Pavelić. Diese proklamierte am 10.04 1941 den Unabhängigen Staat Kroatien (Nezavisna Država Hrvatska). Dieser formal unabhängige Staat wurde aber sowohl politisch als auch militärisch von Deutschland gestützt, insbesondere bei den ab 1942/43 aufkommenden Kämpfen gegen die Jugoslawischen Partisanen unter Führung des Kroaten Josip Broz Tito und gegen die serbisch-nationalistischen Tschetniks. Das am 29.11 1943 in dem bosnischen Jajce als provisorische Regierung gegründete Nationalkomitee des Antifaschistischen Rates des Volksbefreiung Jugoslawiens (AVNOJ) erhob folglich auch den Anspruch, für das vom Faschismus befreite Kroatien zu sprechen. Die Partisanen schafften es, durch breite Unterstützung in der Bevölkerung, aber auch durch geschicktes Taktieren mit den Alliierten, große Teile Kroatiens und Bosnien-Herzegowinas ohne direkte ausländische Unterstützung in ihre Hand zu bringen.
Siehe auch: Ustascha, Jugoslawische Partisanen
Buch-Tipp: Sarajevo und danach. Sechs Jahre Reporter im ehemaligen Jugoslawien. Nicht ca. oberflaechlich. . . . . . "berichtet" Rathfelder hier ueber den Bosnienkrieg. Durch eine geschickte Zusammenstellung von Ausschnitten versucht er, ein moeglichst vollstaendiges Bild zu zeigen - bei dem nicht ca. alle Kriegsparteien, sondern auch die Rolle der UNPROFOR sehr kritisch beurteilt werden. Ausserdem gibt er Auskunft ueber viele... |
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Kroatien wurde nach Kriegsende entsprechend den Ergebnissen der zweiten AVNOJ-Konferenz eine von sechs Teilrepubliken der neugegründeten Föderativen Volksrepublik Jugoslawien (Federativna Narodna Republika Jugoslavija, ab 1963 Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien / SocijalistiÄ?ka Federativna Republika Jugoslavija). Ebenso wie in den anderen Republiken wurde in Kroatien der Sozialismus eingeführt. Politische Gegner und besonders ehemalige Anhänger der Ustascha wurden in den ersten Jahren erbarmungslos verfolgt. Die ehemals große deutsche Minderheit in dem Osten des Landes, das heißt in Slawonien, der Baranja und Syrmien , wurde unter dem Vorwurf der kollektiven Kollaboration mit den faschistischen Besatzern fast vollständig enteignet und ausgesiedelt. Ebenso wurde die Mehrzahl der Italiener in Istrien und in Küstenstädten wie Rijeka, Zadar und Split ausgesiedelt. In dem Gegensatz zu den Deutschen wurden die in dem Lande verbliebenen Italiener jedoch als Nationalität anerkannt und erhielten Minderheitenrechte, die in dem Rahmen der Verträge zwischen Jugoslawien und Italien zur Regelung der Triest-Frage auch international garantiert wurden.
Nach dem Bruch zwischen Stalin und Tito 1948 und besonders nach den Reformen der 1960er Jahre nahm die Entwicklung der politischen Praxis in Jugoslawien ihren eigenen Lauf. Besonders hervorzuheben sind eine zunehmende Öffnung zu dem Westen hin, die Duldung privater Familienbetriebe und landwirtschaftlicher Güter bis zu einer Höchstgröße von 20 Hektar und eine relative Nicht-Einmischung des Staates in private Angelegenheiten. Öffentlich auftretende politische Gegner mussten aber zusätzlich mit Repressionen bis hin zu lebenslänglicher Haft auf der Gefängnisinsel Goli otok rechnen.
Durch die weitgehende Öffnung des Landes auch zu dem Westen hin konnte sich der Tourismus an der Adriaküste entfalten. Bis zu dem Zusammenbruch Jugoslawiens war der Tourismus eine der wichtigsten Devisenquellen. Eine andere wichtige Geldquelle waren Sendungen von Gastarbeitern (kroat. gastarbajteri). Vor allem in dem Großraum Zagreb und in Slawonien konnte sich auch die Industrie entfalten, während Dalmatien in dieser Hinsicht rückständig blieb.
Kroatien war vor allem durch den Tourismus insgesamt eine der wohlhabendsten Republiken in dem damaligen Jugoslawien, auch wenn etwa die Lika und Teile der Krajina stark zurückblieben und durch massive Landflucht gekennzeichnet waren. Die Tatsache, dass Kroatien ärmere Regionen finanziell unterstützen musste, führte zu Spannungen mit der Zentralregierung.
Siehe auch: Titoismus
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Der Kroatische Frühling von 1971 | |
Als Kroatischer Frühling wird eine Reformbewegung genannt, zuerst unter Intellektuellen, die aber bald auch die Zagreber Parteispitze erreichte. Die Vertreter machten durch eine Reihe ökonomischer, pro-demokratischer aber auch nationalistischer Forderungen auf sich aufmerksam: Einstellung von Zahlungen an ärmere Republiken, stärkere Autonomie der Republiken, Forderung nachdem Bau der Autobahn von Zagreb nach Split, ...
Am Beginn des Kroatischen Frühlings stand unter anderem der Sprachenstreit um die Stellung der Kroatischen Sprache in Jugoslawien. Offiziell war diese als westliche Variante der Serbokroatischen Sprache mit der östlichen Variante (dem Serbischen) gleichgestellt, de facto überwog jedoch vor allem in dem staatlichen Sprachgebrauch und in der Öffentlichkeit die serbischen Variante, während die Verwendung spezifisch kroatischer Formen als nationalistische Abweichung angesehen wurde. Als Reaktion darauf unterzeichneten zahlreiche kroatische Intellektuelle, darunter wichtige Wissenschaftler und Schriftsteller wie Miroslav Krleža, am 17. März 1967 eine Deklaration über die Nennung und Stellung der kroatischen Literatursprache, in der sie die offizielle Anerkennung der Eigenständigkeit der kroatischen Sprache forderten.
Begünstigt durch die Liberalisierung der politischen Öffentlichkeit in Jugoslawien nachdem Sturz des Innenministers Aleksandar Ranković wurden erstmals seit der Machtübernahem der Kommunisten auch andere Themen wirtschaftlicher und politischer Art zunehmend kritisch öffentlich diskutiert. Die Führung des Bundes der Kommunisten Kroatiens unter Savka DabÄ?ević-KuÄ?ar unterstützte diese Liberalisierung und machte sich Teile der öffentlich erhobenen Forderungen zu eigen. Zwar wurde die Führungsrolle der Partei als solche nicht in Frage gestellt, jedoch lösten sich gesellschaftliche Organisationen wie der traditionelle Kulturverband Matica Hrvatska und der von Dražen BudiÅ¡a geleitete Studentenverband der Zagreber Universität aus der Einflusssphäre der Partei und begannen selbständig aufzutreten.
Die Parteiführung auf Bundesebene stand der Entwicklung in Kroatien zunächst abwartend gegenüber, zumal die Person Titos in der kroatischen Öffentlichkeit nicht direkt kritisiert, sondern vielmehr um seine Unterstützung geworben wurde. In den Kreisen der Jugoslawischen Armee und des Geheimdienstes wurde jedoch zunehmend ein Eingreifen gegen die angeblich die Einheit Jugoslawiens bedrohende Entwicklung in Kroatien gefordert. Schließlich zwang Tito am 29. November 1971 die gesamte Führung des Bundes der Kommunisten Kroatiens zu dem Rücktritt. Sie wurde durch eine Linientreue neue Parteiführung ersetzt, die der politischen Liberalisierung sofort ein Ende setzte. Bis Mitte 1972 wurden 550 Personen festgenommen, insgesamt 2 Tausend Menschen verurteilt.
Die Forderungen nach einer größeren wirtschaftlichen Selbständigkeit der Teilrepubliken Jugoslawiens wurden durch die neue Verfassung von 1974 teilweise erfüllt, eine politische Liberalisierung hingegen bis in die zweite Hälfte der 1980er Jahre nicht zugelassen. Die Zeit von 1972 bis Mitte der 1980er Jahre wird daher auch als Zeit des kroatischen Schweigens (hrvatska šutnja) genannt.
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In der tiefen Krise, in welcher sich Jugoslawien in den späten 1980er Jahren befand, wuchs ein stets stärkerer Gegensatz zwischen zentralistischen und großserbischen Tendenzen einerseits und einem wiedererwachenden kroatischen Nationalismus andererseits. Nach dem Tod Titos 1980 war ein wichtiger Stabilisierungsfaktor weggefallen. In dieser Situation suchten Kroatien und Slowenien größere Autonomie, später auch Unabhängigkeit. Dabei spielte neben der nationalen Frage vor allem die Wirtschaft eine große Rolle: Die durch die günstige Lage zu dem Westen hin und durch den Tourismus an der Küste verhältnismäßig wohlhabenden Republiken wollten nicht mehr ärmere und weniger entwickelte Regionen subventionieren.
In der zunehmend vergifteten Atmosphäre waren Angstpropaganda und gegenseitige Verleumdungen an der Tagesordnung.
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Kroatien und der Balkankonflikt | |
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Die ersten freien Wahlen seit 1945 | |
Als nach den ersten freien Wahlen 1990 die HDZ unter Franjo Tuđman in Kroatien mit Abstand gewann, und der Trend zur Unabhängigkeit, aber auch steigender Nationalismus offensichtlich wurden, war es leicht, den in Kroatien lebenden Serben einzureden, sie seien in einem solchen Staat in ihrer Existenz gefährdet. Dabei spielten vor allem die von der Belgrader Regierung kontrollierten serbischen Medien eine große Rolle.
Belgrad versorgte die serbischen Extremisten in Kroatien mit Waffen und Geld, damit sie sich gegen die Kroaten „verteidigen“ konnten, von denen man sie glauben machte, sie wollten das Ustascha-Regime wiederauferstehen lassen. Straßensperren wurden errichtet, um Nicht-Serben davon abzuhalten,ins als serbisch proklamierte Gebiet der Krajina zu gelangen. Als die kroatische Regierung Polizisten sandte kam es zu ersten Kämpfen. Der Krieg in Kroatien war ausgebrochen.
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Der kroatische Unabhängigkeitskrieg (1991 - 1992) |
Kroatischer Dinar in dem Jahr 1991
Während die Kriegshandlungen in Slowenien binnen kurzer Zeit zugunsten Sloweniens eingestellt wurden, entbrannte in Kroatien (und auch Bosnien-Herzegowina) ein viele Jahre dauernder Bürgerkrieg.
Bald griff die Jugoslawische Volksarmee, die nach der de-facto Auflösung des Bundesparlaments keiner zivilen Kontrolle mehr unterstand, auf Seiten der Aufständischen Serben in den Konflikt ein, während aus der Polizei die kroatische Armee improvisiert wurde.
Der HDZ-Regierung gelang es, mit Hilfe von Kriegsgesetzen bei Wahrung einer äußerlichen Demokratie autoritäre Maßnahmen gegen Minderheiten und Regimekritiker durchzuführen. Die katholische Kirche bekam großen Einfluss auf das politische Geschehen.
Im Dezember 1991 errichteten die Serben in der Krajina die so genannte Republik Serbische Krajina, welche etwa 30 Prozent der Staatsfläche Kroatiens umfasste. Sie wollten den Anschluss an die Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina und an Rest-Jugoslawien.
Während die meisten der westlichen Regionen tatsächlich mit großer Mehrheit serbisch bevölkert waren, hatten Westslawonien um OkuÄ?ani und Pakrac sowie Ostslawonien sehr gemischte Bevölkerungen. Hier kam es zu Massenvertreibungen. Allerdings kam es auch in dem kroatischen Kernland, vor allem in Slawonien und Dalmatien, zur Inhaftierung und Ausweisung von Tausenden serbischer Zivilisten.
Zu schwereren Kämpfen kam es in dem Herbst 1991 in Vukovar in dem Osten Slawoniens. Dabei kam es zu den ersten großen Massakern an Zivilisten in dem Laufe des Balkankriegs. Näheres unter Vukovar.
Der einstige Führer der Krajina-Serben, Milan Babić , wurde in dem Jahr 2004 vom Tribunal in Den Haag für die Verbrechen in Kroatien zu 13 Jahren Haft verurteilt. Bereits in dem Jänner 2004 hatte sich Babić vor dem Tribunal für schuldig bekannt und von "tiefer Scham und Reue" über seine Taten gesprochen. Er entschuldigte sich bei der kroatischen Nation und bot seine Mitarbeit bei anderen Kriegsverbrecherprozessen an, vor allem bei dem gegen den ehemaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milošević. Der jetzt 48-jährige Babić hatte schon nach der kroatischen Gegenoffensive 1995 und der daraus resultierenden Flucht des Großteils seiner Krajina-Serben Zweifel an seiner eigenen Politik geäußert. Er erklärte in Interviews, Milošević und andere serbische Führer hätten die Krajina-Serben mit ihren Versprechungen und großserbischen Plänen 1991 in eine Falle gelockt. 1991 wäre es noch möglich gewesen, mit Kroatien über ein Autonomiestatut für die Serben der Krajina zu verhandeln. Stattdessen habe Belgrad auf die ethnische Säuberung des Gebiets, das zumindest ein Drittel Kroatiens umfasste, gedrängt. Dieses Verbrechen hätten die Krajina-Serben später teuer bezahlen müssen.
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Unabhängigkeit und Waffenstillstand | |
Im Dezember 1991 / Januar 1992 wurde Kroatien international als unabhängiger Staat anerkannt.
Unter internationaler Vermittlung wurde Anfang 1992 ein Waffenstillstand geschlossen. Demnach verpflichtete sich die jugoslawische Armee, ihre Truppen aus Kroatien abzuziehen. In die umkämpften Gebiete wurde eine Friedenstruppe der Vereinten Nationen entsandt (Unprofor), die jedoch kein militärisches Mandat hatte, sondern lediglich beobachtende Funktionen wahrnehmen durfte. Die serbisch kontrollierten Teile Kroatiens blieben völkerrechtlich Teil Kroatiens. Über ihren endgültigen Status sollte in Verhandlungen zwischen der kroatischen Regierung und den örtlichen Serben entschieden werden.
Tatsächlich änderte sich durch die Präsenz der UN-Truppen an der Lage vor Ort wenig. Die jugoslawische Armee übergab bei ihrem Abzug ihre Waffen an die örtlichen serbischen Milizen. Die Republik Serbische Krajina betrachtete die Waffenstillstandslinie als ihre Staatsgrenze und bildete aus den örtlichen Milizen eine eigenen Armee. Die Führung der Republik Serbische Krajina sah in der Kontrolle der wichtigsten Verkehrsverbindungen vom nördlichen Kroatien nach Dalmatien durch die von ihr kontrollierten Gebiete in der Lika und Norddalmatien und nach Slawonien durch das von ihr kontrollierte Gebiet in Westslawonien ihr Hauptdruckmittel gegenüber der kroatischen Regierung. Die Verhandlungen über die Öffnung der Verkehrwege und eine Rückkehr von Flüchtlingen und Vertriebenen kamen nicht voran, da die serbische Seite als Vorbedingung die Anerkennung der Unabhängigkeit der Republik Serbische Krajina durch Kroatien verlangte, wozu dieses niemals bereit war. Die von internationalen Vermittlern vorgelegten Friedenspläne, die eine weitgehende Autonomie der Serben innerhalb Kroatiens vorsahen, konnten unter diesen Umständen keinen Erfolg haben.
Im Mai 1992 wurde Kroatien Vollmitglied der Vereinten Nationen.
1993 waren Teile der kroatischen Armee in dem Krieg in Bosnien-Herzegowina involviert.
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Rückeroberung Westslawoniens und der Krajina | |
Nach vielen erfolglosen Versuchen der Schlichtung des Konfliktes, die am Widerstand der Serbischen Führung scheiterten, wurden die besetzten Gebiete Kroatiens in zwei kombinierten Aktionen 1995 von der Kroatischen Armee und Polizei zurückerobert.
Der Ausbau der kroatischen Armee ermöglichte 1995 die Militäraktionen Blitz (Blijesak) und Gewittersturm (Oluja), durch die Westslawonien in zwei Tagen und die Krajina (im engeren Sinne) in 5 Tagen zurückerobert wurden. In einer dritten Militäraktion drängte die Kroatische Armee zusammen mit bosniakischen Kräften die Armee der Republika Srpska in Westbosnien weit zurück. Die Angriffe verliefen sehr schnell und erfolgreich. Hätten die Vereinigte Staaten Amerika die Kroaten bei ihrer letzten Offensive nicht gestoppt, hätten diese möglicherweise den Westteil der heutigen Republika Srpska in zwei bis drei Tagen erobert.
Es ist bekannt, dass die Aktionen von langer Hand und mit amerikanischer Unterstützung geplant waren.
Am 2 und 3 Mai 1995 feuerten die Serben als Vergeltung für die Offensive der kroatischen Armee Raketen auf die Innenstadt von Zagreb ab. Die Bombardements - angeordnet vom Polizeichef Knins, Milan Martić - waren militärisch sinnlos, forderten aber zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung. (Martić stellte sich in dem Mai 2002 dem Haager Kriegsverbrechertribunal.)
Nach diesen Militäraktionen wurde der Krieg in Bosnien-Herzegowina durch das Abkommen von Dayton beendet. Die serbisch kontrollierten Gebiete an der Grenze zur Vojvodina, Ostslawonien um Vukovar und die Baranja kamen unter eine provisorische UN-Verwaltung (UNTAES - United Nations Transitional Administration of Eastern Slavonia, Baranja and Western Syrmia) und wurden erst 1998 auf friedliche Weise in Kroatien wiedereingegliedert. In diesen Gebieten kam es nach 1995 zu keinen ethnischen Säuberungen mehr, so dass hier, anders als in der Krajina, auch heute eine bedeutende serbische Minderheit lebt.
Während und nach diesen Aktionen flohen die weitaus meisten der in der Krajina ansässigen Serben, großteils in die Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina und nach Serbien und Montenegro, aber auch in die UNTAES-Zone. Dabei ist bis heute umstritten, ob es sich um geplante Vertreibungen von Seiten der kroatischen Streitkräfte gehandelt hat. Die politische Führung der Krajina-Serben hatte angesichts der sich abzeichnenden Niederlage die Evakuierung angeordnet. Danach wurden jedoch etwa 80 - 90 Prozent der verlassenen serbischen Häuser vernichtet oder es wurden dort kroatische Flüchtlinge aus Bosnien angesiedelt, was die Rückkehr der serbischen Bevölkerung bis heute sehr schwierig macht. Doch auch hier ist umstritten, welche Rolle die Streitkräfte hatten und inwiefern es sich um Zerstörungen von rückkehrenden kroatischen Zivilisten handelt.
Von den ursprünglich mehr als 220 Tausend geflohenen Serben sind mindestens ungefähr 140 Tausend bis heute nicht zurückgekehrt. Dazu tragen auch zusätzlich hohe ethnische Spannungen in diesen Regionen bei. In der Krajina gibt es heute keine größeren geschlossenen serbischen Siedlungsgebiete mehr.
Wegen Verbrechen an der Menschlichkeit, die sie in dem Zuge von Oluja und Blijesak angeordnet oder immerhin bewusst zugelassen haben sollen, sind mehrere hohe kroatische Offiziere vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag angeklagt, so unter anderem der seit 2001 flüchtige General Ante Gotovina, damals Kommandant der in Zadar stationierten Einsatztruppe West.
Kroatien hat mit der Vertreibung der Krajina-Serben die gleichen Probleme wie Serbien und Montenegro mit den ethnischen Säuberungen in Kosovo oder Bosnien: Man ist anscheinend noch nicht bereit die eigene Verantwortung abzuarbeiten.
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Am 21. Dezember 1995 unterzeichnet der kroatische Präsident Franjo Tudjman zusammen mit dem serbischen präsidenten Slobodan Milošević und dem bosnischen Präsident Alija Izetbegovic den Vertrag von Dayton.
Von 1995 bis Anfang 1998 bereitete die UNTAES die endgültige Eingliederung der Gebiete um Vukovar und in der Baranja vor.
Am 6. November 1996 wurde Kroatien in den Europarat aufgenommen.
Bei der FIFA-Weltmeisterschaft 1998 erreicht die kroatische Nationalmanschaft den dritten Platz. Kroatiens Stürmer Davor Šuker gewann den Goldenen Schuh als erfolgreichster Torjäger des Turniers.
Nach dem Tod TuÄ‘mans am 11. Dezember 1999 und den Parlamentswahlen am 3.01 2000 kam es zu dem ersten Regierungswechsel in 10 Jahren. Eine breite Koalition aus sechs bisherigen Oppositionsparteien unter Führung der SDP übernahm die Regierung. Präsident wurde nun Stipe Mesić und Ministerpräsident Ivica RaÄ?an . Die anfängliche Euphorie bei vielen Gegnern der HDZ legte sich schnell, als offensichtlich wurde, dass die erhofften Veränderungen nicht über Nacht stattfinden konnten.
2001 kam es zu ersten internen Konflikten um die Zusammenarbeit mit dem internationalen Gerichtshof in Den Haag, und die HSLS unter Dražen BudiÅ¡a verließ die Regierung. Der Koalitionsregierung wurde häufig vorgeworfen, sie sei zu zögerlich mit der Aufarbeitung von 10 Jahren HDZ-Regierung vorgegangen und habe vor wichtigen Reformen zurückgeschreckt.
Bei den Wahlen in dem November 2003 wurde die HDZ wieder stimmenstärkste Partei. Sie bildete in dem Dezember eine Minderheitsregierung mit Unterstützung durch die Pensionistenpartei HSU und weiterer Kleinparteien sowie die meisten Vertreter der nationalen Minderheiten. Neuer Ministerpräsident wurde Ivo Sanader.
2003 wird Kroatien wegen Unterstützung des Internationalen Strafgerichtshofes die US-Militärhilfe gestrichen.
Am 18. Juni 2004 haben die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union Kroatien den Status eines offiziellen Beitrittskandidaten verliehen. Ende 2005 sollen die Beitrittsverhandlungen aufgenommen werden. Kroatien möchte bereits 2007 Mitglied in der Union werden, gemeinsam mit Rumänien und Bulgarien. Doch Analysten vermuten, dass ein Beitritt zwei Jahre später wahrscheinlicher sein dürfte. Bei einem Beitritt wäre Kroatien der zweite Nachfolgestaat des ehemaligen Jugoslawien, der Mitglied der Union wird.
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